Astrid Lindgren hat es mit ihrem Zitat wunderbar auf den Punkt gebracht. Ganz besonders bewusst wird mir das, wenn ich zu lange nicht am Meer war. Andere bekommen Fernweh, ich bekomme Meerweh. Eine tiefe Sehnsucht nach Salzluft, Wind im Gesicht und diesem endlosen Blau, in das man so herrlich ziellos hineinschauen kann.

Vor einigen Jahren habe ich die Schleswig-Holsteiner Schleiregion rund um Kappeln kennengelernt und mich sofort in sie verliebt. Sie hat eine ganz eigene Art, die Zeit ein wenig langsamer ticken zu lassen. Vielleicht liegt es am Wechselspiel zwischen Ostsee und Schlei, an den kleinen Häfen, in denen die Boote auf dem glitzernden Wasser leise vor sich hindümpeln und an dem endlosen Horizont am Meer, der einen automatisch dazu bringt, einfach stehen zu bleiben und in die Ferne zu schauen.

Kappeln bietet dieses gemütliche, leicht maritime Treiben, ist also eher der lebendige, aber trotzdem nicht überlaufene Mittelpunkt. Kappelns berühmte Doppel-Klappbrücke verbindet die Landschaften Angeln und Schwansen. Die kleine charmante Einkaufsstraße lädt zum Bummeln und zahlreiche Restaurants und Cafés zum Verweilen ein.

Maasholm dagegen fühlt sich an wie ein Ort, der ganz bewusst einen Gang heruntergeschaltet hat. Ein paar Boote im Hafen, ruhige Gassen, viel Wasser rundherum und dieses angenehme Gefühl, dass es hier niemand eilig hat.


Dann gibt es noch Arnis, die kleinste Stadt Deutschlands, die so überschaubar ist, dass man fast das Gefühl hat, beim Spazierengehen alle Einwohner persönlich zu grüßen.

Oder auch Sieseby, das direkt an der Schlei gelegene urige Dorf mit den bezaubernden Reetdachhäusern.

Und Schönhagen schließlich ist die Weite selbst. Strand, Wind und Horizont. Ich könnte noch so viele idyllische Orte aufzählen. Zusammen sind sie eine Mischung aus Gelassenheit, Meerluft und diesem leisen Gefühl, genau dort richtig zu sein, wo man gerade steht.


Warum es mich immer wieder dorthin zieht? Vermutlich, weil man dort ganz wunderbar nichts tun kann, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Ein Spaziergang am Wasser, ein Fischbrötchen auf der Hand, Möwen, die lautstark schreien und plötzlich merkt man, dass genau das gefehlt hat, um die Energie wieder aufzutanken.

Nur ein Katzensprung von Kappeln & Co. entfernt liegt die Geltinger Birk. Sie ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins, das mit seiner vielfältigen Landschaft aus Salzwiesen, Dünen und Feuchtgebieten ein wahres Paradies für Natur- und Vogelbeobachter darstellt.

Hier kann man dem hektischen Alltag entfliehen, die Ruhe der Natur genießen und seltene Tierarten in ihrem natürlichen Lebensraum entdecken. Die Geltinger Birk steht für Entschleunigung und nachhaltigen Naturschutz.

Ein kleiner Abstecher zum Leuchtturm Falshöft in Pommerby lohnt sich auf jeden Fall. Der unmittelbar an der Küste gelegene rot-weiß gestreifte Wegweiser der See lässt sich nicht nur besichtigen, er offenbart darüber hinaus eine fantastische Aussicht auf Dänemark, die Geltinger Bucht und Flensburger Förde. Heiratswillige Paare dürfen sich dort ganz originell da Ja-Wort geben.

Das letzte Mal waren meine bessere Hälfte und ich im vergangenen Herbst in der Schleiregion. In diesem Jahr fahren wir auf jeden Fall wieder hin. Denn das Schöne daran ist, dass sich diese Region nicht auf eine Jahreszeit festlegen lässt. Im Frühling blüht sie auf, im Sommer glitzert sie, im Herbst leuchtet sie und im Winter hat sie diese ruhige, beinahe feierliche Gelassenheit. Kurz gesagt, ganz egal wann man kommt, sie findet immer einen Weg, einen willkommen zu heißen.

Ich liebe meine Heimat am Niederrhein und würde niemals auf die Idee kommen, hier nicht mehr wohnen zu wollen, aber ich weiß ganz genau, wo es mich hinzieht, wenn mich wieder einmal das Meerweh packt. Für mich ist die Schleiregion ein Seelenort und ich fühle eine tiefe Verbundenheit.
Habt Ihr auch einen solchen Ort und wenn ja, welchen?
Herzliche Grüße –
Eure

Weitere meiner Beiträge zum Thema „On Tour“ findet Ihr hier.








Was für wunderschöne Bilder – da bekomme ich auch gleich Meerweh.
♥liche Grüße – Lenchen
Huhu du Liebe,
herzlichen Dank! 😊
Liebe Grüße zurück, Tati
Genauso ist es. Ich fahre auch immer wieder gerne an die Ostsee. Es gibt so schöne Orte dort. 🙂
Hallo Nele,
wo fährst du denn gerne hin? 🙂
Herzlichen Gruß, Tati
Liebe Tati,
genau solche Zeiten sind sehr wichtig. Zur Ruhe kommen, zu sich selbst finden, atmen, Energie tanken.
Somit kann der Alltag später wiederkommen.
Ich suche solche kleinen Auszeiten auch am Wochenende, wobei ein Urlaub natürlich etwas ganz Besonderes ist.
Danke für die super schönen Fotos!
Liebe Grüße!
Hey Jenny,
wohl wahr… zur Ruhe kommen ist in der hektischen Zeit gar nicht mal so leicht. 😛
Dankeschön, eine angenehme Restwoche und liebe Grüße zurück, Tati
Ich habe mal gelesen, dass wir regelrecht das Nichtstun verlernt haben, dabei sind diese Phasen sehr wichtig zum persönlichen Wohlbefinden. LG Romy
Huhu Romy,
das ist ja interessant. Aber ja, das klingt plausibel. 🙂
Liebe Grüße zurück, Tati